Ausflüge ins sommerliche Maintal

Nachdem ich jahrzehntelang nicht mehr zum Fotografieren im Maintal zwischen Würzburg und Gemünden gewesen war, ergab sich Ende Juli diesen Jahres die Gelegenheit. Ein guter Freund aus Dänemark, der schon seit Jahren regelmäßig für ein paar Tage im Jahr ins Maintal pilgert, hatte sich angesagt und nachdem mir meine neuen Lebensumstände mehr Zeit und Raum für kurzfristige Ausflüge vergönnen, verabredeten wir uns für Freitag, den 23. Juli, am Kilometer 18 bei Himmelstadt.

Ich staunte bei der Suche nach dem günstigsten Weg dorthin nicht schlecht, daß diese Fotostelle in Google Maps als „Trainspotter Zellingen“ markiert ist, der Weg dahin also komfortabel zu finden ist. Die Welt wird immer perfekter.

So fand ich also meinen dänischen Freund problemlos. Wie populär das Maintal mittlerweile geworden ist, bewies die Anwesenheit von gut zehn weiteren Hobbykollegen, die, ausgerüstet mit Campingstühlen und Hochstativ der Dinge harrten, die da kommen sollten. Und da kam einiges!

1977 war ich zum ersten Mal im Maintal zum Fotografieren. In diesem Jahr gab es eigentlich viel wichtigere Sachen: Das Dampfende im Emsland, der sich abzeichnende Abschied von den Altbauelloks im oberbayerischen Raum oder das Ende der Dieseltraktion mit V 200 im Schwarzwald. Aber eine Fortbildungsveranstaltung in Wertheim bot die Gelegenheit, am 29. August 1977 im Bw Würzburg, wo es nur so von E 18, E 44 und E 94 wimmelte, vorbeizuschauen und im Maintal dem IC 182 München – Bremen, der am späten Vormittag durch Würzburg kam und der mit dem exotischen ET 403 gefahren wurde, aufzulauern.

Und wenn man schon einmal einen Montagmorgen nach einem aufregenden Wochenende in den Weinbergen zwischen Veitshöchheim und Erlabrunn abhängt, nimmt man gerne noch den ein und anderen Beifang mit, wie z.B. 103 126 mit einem aus Silberlingen bestehenden Nahverkehrszug mit Postwagen:

oder 150 043 mit zwei Silberlingen:

44 Jahre später waren 403, 103 126 und 150 043 längst Geschichte, aber die heutige Fahrzeugvielfalt im Maintal beeindruckte mich ungemein, und zwar so nachhaltig, daß ich mich zwei Wochen später mit zwei Freunden aus dem Ruhrgebiet noch einmal im Maintal verabredete.

Die fotografische Ausbeute möchte ich Euch nicht vorenthalten und vielleicht kann ich damit den ein oder anderen von Euch motivieren, auch das Maintal mit seiner außerordentlichen Vielfalt an Lokomotiven zu besuchen. Fangen wir an mit 152 020 am km 18 zwischen Retzbach-Zellingen und Himmelstadt:

Acht Minuten später folgte der Vectron 193 559 von ATLU (Alpha Trains Luxembourg s.a.r.l.) im Einsatz für TX Logistik.

Aus der Gegenrichtung überraschte der DB-Vectron 193 332.

Eine Überraschung war auch der Erfurter 612 035, warum, woher und wohin, egal, wir fotografieren alles! Sogar 612.

Mit einem hübschen Kesselwagenzug kam 185 586 von RheinCargo (RHC) des Wegs.


Die Firma SGL (Schienen-Güter-Logistik GmbH) hat einen ihrer betrieblichen Mittelpunkte in Würzburg und ist vornehmlich im Bauzuggeschäft tätig. Und außerdem scheinen die SGL gerne mit Dieselloks durch die Gegend zu fahren: Vier Loks, an der Spitze 203 005, mit einer Handvoll Containertragwagen sieht man nicht alle Tage:


Auch die bald 60jährige ehemalige DB 363 198 (ex V 60 1198, ex 261 198, ex 365 198) und von 1963 bis 2004 immer in fränkischen Bw beheimatete V 60 gehört seit 2014 der SGL.


Einzigartig auch 193 848 der EGP, einzigartig, weil er der einzige Vectron der Eisenbahn Gesellschaft Potsdam (EGP) ist.


Mit Blick auf eine steigende Nachfrage an Lokomotiven für den grenzüberschreitenden Verkehr entwickelte Voith Turbo Lokomotivtechnik in den 2000er Jahren eine sechsachsige, dieselhydraulische 5000-PS-Güterzuglokomotive und stellte auf der Innotrans 2006 ihre „Maxima 40 CC“ vor. Zwei Jahre später folgte eine weitestgehend baugleiche Variante („Maxima 30 CC“) mit einer geringeren Dieselmotorleistung von nun 3800 PS. Ende 2008 erhielt die „Maxima 40CC“ die Inbetriebnahmegenehmigung des Eisenbahn Bundesamts.
Am Markt konnte sich die Maxima nicht durchsetzen. Von der „Maxima 40 CC“, die die Baureihenbezeichnung 264 erhielt, wurden nur 13 Lokomotiven gebaut, von der „Maxima 30 CC“ (Baureihenbezeichnung 263) gar nur 6 Exemplare.
Der Ausflug von Voith Turbo in den Lokomotivbau sollte auch nicht lange dauern: Aus dem erst 2005 in Kiel eröffneten Werk sollte bereits 2014 die letzte neugebaute Lokomotive rollen. Nicht einmal 200 Lokomotiven wurden dort gebaut, der größte Anteil mit 130 Lokomotiven davon entfiel auf die  Baureihe 261/265 der DB AG. Heute dient das Werk Kiel der Voith Turbo nur noch als Servicestandort.

Insofern freute ich mich, eine dieser designerisch interessanten Exoten im Maintal zu erwischen. Die „Schienen-Güter-Logistik GmbH“ verfügt über drei Voith Maxima, zwei „Maxima 40 CC“, die als „V 500.06“  (EVN: 92 80 1264 006-8 D-SGL) und „V 500.17“ (EVN: 92 80 1264 010-0 D-SGL) geführt wird und die V 400.11, eine „Maxima 30 CC“. (EVN: 92 80 1263 002-8 D-SGL), die mir bei Himmelstadt mit einem ansehnlichen Bauzug begegnete.



Auch SBB Cargo ist im Maintal aktiv, hier mit der 482 028 vor einem kurzen Güterzug mit Druckgas-Kesselwagen.


Ein paar Wagen mehr hatte die 186 426 am Haken. 186 426 gehört der Lokvermietungs-Firma Railpool, die sie aktuell an die Rurtalbahn Cargo (RTB Cargo) vermietet hat.


Holzroller neu definiert! 143 848 und 143 936 der Fahrzeugwerke Karsdorf (FWK) mit einer Menge Holz am Haken.

Auch ein ÖBB-Vectron mit einem KLV-Zug gab sich die Ehre.


Auch am Nachmittag ist die Location zwischen Himmelstadt und Retzbach ein lohnender Fotostandpunkt, man muß nur auf die andere Seite der Bahnlinie wechseln. Und um nicht eine Einstellung des Betriebs wegen „Personen im Gleis“ zu provozieren, sind wir artig zurück zum Bahnhof Retzbach-Zellingen und haben dort die Gleise über die Straßenbrücke überquert. Unser vorbildliches Tun wurde auch alsbald durch den Auftritt einer Stadler EuroDual belohnt.

Diese äußerlich durchaus imposanten Lokomotiven kommen seit 2019 im gesamten Bundesgebiet durch verschiedene Eisenbahnverkehrsunternehmen zum Einsatz.
Sie gehen auf die von Vossloh 2013 für den britischen Markt entwickelte Diesellokomotive Euro 4000 und die Zweikraftlokomotive EuroDual Class 88 zurück. Nachdem Stadler Rail das Werk bei Valencia/Spanien von Vossloh übernommen hatte, wurde die Konstruktion weiterentwickelt.
European Loc Pool AG (ELP), Frauenfeld (Schweiz) hat im August 2018 eine erste Tranche von zehn sechsachsigen Zweikraftlokomotiven bestellt, wovon acht in Deutschland sowie zwei in Norwegen und Schweden zum Einsatz kommen. ELP betreute die Münchner “Rail Care and Management GmbH“ (RCM) mit der Betreuung ihrer EuroDual-Lokomotiven.
Die sechsachsigen Lokomotiven verfügen auf elektrifizierten Wechselstrom-Strecken (15 kV 16,7 Hz und 25 kV 50 Hz) über einer Leistung von 6150 kW. Auf nichtelektrifizierten Strecken liegt die Leistung am Rad bei ca. 2300 kW. Die Nennleistung des Dieselmotors CAT C175-16 des US-amerikanischen Herstellers Caterpillar wird mit 2800 kW bei 1800 U/min angegeben. Mit einem Dienstgewicht von 123 t ist die EuroDual nicht unbedingt ein Leichtgewicht und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h und nicht vorhandener Zugenergieversorgung auch nur im Güterzugdienst einsetzbar.
Aktuell sind in Deutschland 55 EuroDual Loks im Einsatz, wobei ELP mit 40 Loks den größten Anteil besitzt.

Die 90 80 2159 201-3 D-RCM, die derzeit an Heavy Haul Power International (HHPI) verleast ist, durchfährt den Bahnhof von Retzbach-Zellingen.


Der westliche Bahnhofskopf von Retzbach-Zellingen lud mich zu experimentellen Fotografieren ein. Als erstes musste ein ELL-Vectron dran glauben:


Mutig geworden ließ ich den nächsten Zug mit dem ÖBB-Taurus 1116 261 noch etwas näher rankommen:


Da fällt mir ein, daß ich schon mal im letzten Jahrtausend in Retzbach-Zellingen fotografiert habe.
Am 13. August 1983 fand ich oberhalb Retzbach eine Panoramastelle, die einen grandiosen Ausblick auf das Maintal und Thüngersheim eröffnete. Zufällig kam eine Vorserien-120 mit einer Angstlok der Baureihe 151 und dem Schrottzug daher. Nahezu zwei Jahre wurden die Vorserien-120 auf einem ununterbrochen gefahrenen Rundkurs Nürnberg – Ansbach – Würzburg – Jossa – Elm – Schlüchtern – Hanau – Aschaffenburg – Würzburg – Ansbach – Nürnberg erprobt.


Etwas mehr als fünf Jahre danach, am 27. Mai 1988, fuhr mir der damals in Fulda beheimatete Turmtriebwagen 704 005 an der gleichen Stelle vor die Linse.


Doch zurück in den August 2021: Als 290 096 im Jahr 1969 von Klöckner-Humboldt-Deutz an die Deutsche Bundesbahn geliefert, gehört 294 096 seit 2012 dem EVU „Railsystems RP GmbH“ in Gotha, die sie in türkis-ozeanblau umlackieren ließ, der Farbgebung, mit der 290 096 von 1982 bis 2001 unterwegs war. Die Umzeichnung in 294 096 geschah erst im Juni 2004 mit dem Umbau auf Funkfernsteuerbetrieb. Aber sehen wir großzügig über diesen „Faux pas“ hinweg und freuen uns über den Schnappschuß von der immerhin 52 Jahre alten Lok.

1963 wurde E 10 287 von Krauss-Maffei und Siemens an Bw Dortmund Bbf der Deutschen Bundesbahn geliefert. 1994 erhielt sie die Drehgestelle einer 140 und mutierte daher zur Baureihe 139.
2011 quittierte sie ihren Dienst bei der Güter-Sparte der Deutschen Bahn, die damals unter dem Namen DB Schenker Rail Deutschland AG firmierte. Seitdem ist sie bei der BayernBahn GmbH im Einsatz und kommt regelmäßig vor dem „Henkelzug“ (Monheim bei Düsseldorf –) Langenfeld –  Gunzenhausen (- Wassertrüdingen) zum Einsatz.
Durch die Verlagerung des Transports der Henkel-Kosmetika auf die Schiene konnten 15 000 LKW-Fahrten pro Jahr eingespart werden.


Ebenfalls aus München-Allach stammt 192 015. Und es liegen 53 Jahre oder fast 4000 Lokomotiven zwischen den beiden Fahrzeugen. Der im Februar 2020 in Dienst gegangene Smartron, die vereinfachte Ausführung des Vectrons von Siemens, ist beim EVU Northrail, Kiel, eingestellt und aktuell an die Rurtalbahn Cargo vermietet. Zur vereinfachten Ausführung gehört auch, daß der Smartron ab Werk ausschließlich in blau erhältlich ist.


Zu einer ähnlichen „Landplage“ wie seinerzeit die Einheitselloks der Baureihe 140 entwickelt sich mittlerweile der Vectron. Die 2010 vorgestellte „Einheits-Lokomotive“ von Siemens hat sich zu einem Verkaufsschlager entwickelt, konnten doch bis heute fast 1200 Loks europaweit verkauft werden, also deutlich mehr als von der 140, von der es ja nur 879 Exemplare gegeben hat.

Mit einer installierten Leistung von 6 400 kW in der Hochleistungsversion unter Wechselspannung (als fast das doppelte einer 140), mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 200 km/h und als Viersystem-Lokomotive ist sie in nahezu ganz Europa einsetzbar.
So bekommt man im Maintal heutzutage auch Lokomotiven zu Gesicht, wie dieser Vectron mit der EVN 91 56 6383 206-0 aus der Slowakei, von denen man vor 40 Jahren nicht einmal geträumt hätte. Schöner kann der Fortschritt in der Bahntechnik und das Zusammenwachsen Europas nicht dargestellt werden.


Nun ist es aber an der Zeit mal den Standort zu wechseln. Von den Fotopunkten zwischen Retzbach-Zellingen und Himmelstadt zum etwa 12 Kilometer weiter westlich gelegenen langgezogen Bogen an der Mainschleuse bei Harrbach.

Zunächst die schon in Himmelstadt beobachtete ehemalige Reichsbahn-V-100, die nun als 203 005 für SGL tätig ist, mit einer Schwesterlokomotive, die sich mit einem Schotterzug Richtung Gemünden mühen.


Gar nicht mehr so häufig im Maintal anzutreffen sind die Siemens-Loks der EuroSprinter-Familie in der Güterzugausführung mit der Siemens-Bezeichnung ES64 F4 (ES = EuroSprinter; 64 = 6400 kW Leistung; F = Fracht dh. Vmax =140 km/h; 4 = Viersystem), hier im schlicht-schwarzen Dekor der Leasinggesellschaft MRCE vor einem Autotransporter-Leerwagenzug.


Und dann folgte etwas, was mir in 50 Jahren Eisenbahnfotografieren selten passiert ist:


Bedingt durch eine Sperrung (RIS meldete „Unbefugte Personen im Gleis“) der parallel zur Maintalstrecke verlaufenden Schnellfahrstrecke im Abschnitt Rohrbach – Würzburg mussten alle ICE der Relationen Frankfurt – Würzburg und Fulda – Würzburg für knapp 3 Stunden über die Altbaustrecke durchs Maintal umgeleitet werden. Wann hat man schon mal die Gelegenheit alle ICE-Baureihen außer ICE-S, ICE-V und den ICE 3, Baureihe 407, an einer schönen Stelle bei bestem Licht zu erwischen.

Oben links: ICE 1, Tz 175
Oben rechts: ICE 2, Tz 218
Unten links: ICE 3, Tz 305
Unten rechts: ICE 4, Tz 9040


Auch die beiden Neigetechnik-ICE kamen auf dem Weg nach bzw. von Wien vorbei. Zunächst ein siebenteiliger ICE T, Baureihe 411, der Triebzug 1178 „Ostseebad Warnemünde“.


Der Gegenzug aus Wien wurde von 415 022 angeführt. Häufig werden die ICE von und nach Wien im deutschen Teil bis bzw. ab Passau durch einen fünfteiligen ICE T der Baureihe 415 verstärkt.


Und schließlich wurde auch ein IC umgeleitet. Nachdem die ersten beiden 101 bereits den Gang nach Opladen angetreten haben, sollte man sich beeilen, 101 zu fotografieren….


Durch die Umleitung der ICE und IC kam der Güterzugfahrplan natürlich etwas durcheinander. Aber der ein und andere Güterzug wurde schon noch zwischen Fernverkehrs- und auch Regionalzüge gepresst.

So kam dann noch eine weitere Stadler EuroDual des Weges: Die „90 80 2159 208-8 D-RCM“. Im Gegensatz zu ihrer in Bild 17 gezeigten Schwester 159 201 ist diese Lok an das EVU „BSAS EisenbahnVerkehrsGmbH & Co.KG“ verleast, das der Lokomotive ein interessantes Außendesign „Zugkunft Energie  MAD modern-alternative-direct“ von der bekannten Designerin Gudrun Geiblinger angediehen lies.


Und schon wieder ein Vectron, diesmal die 193 582, die von Alpha Trains (ATLU) an die TX Logistik AG, Troisdorf, vermietet ist. Seit Mai 2021 trägt sie die Botschaft „UNSER HERZ SCHLÄGT GRÜN“ und wirbt für den umweltfreundlichen und nachhaltigen Güterverkehr auf der Schiene. Als Viersystem-Lokomotive ist 91 80 6193 582-4 D-ATLU, wie die vollständige „European Vehicle Number“ (EVN) lautet, in Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen und den Niederlanden zugelassen.


Erneuter Standortwechsel. Diesmal an die klassische Fotostelle in Gemünden. Meine Hoffnung, hier noch einen Fernverkehrszug des Umleiterverkehrs wie den ICE 3 zu fotografieren, erfüllte sich leider nicht. Das wäre ein schöner Kontrast zu dieser Aufnahme vom 13. August 1983 geworden. 103 235 war an diesem Tag mit einem IC Richtung Hamburg unterwegs.

So musste ich am späten Nachmittag des 23. Juli mit einer Doppeltraktion des Doppelstock-Regionaltriebzuges der Baureihe 445 vorliebnehmen. Die in Würzburg beheimateten Züge sind vorwiegend als Regionalexpress zwischen Frankfurt und Würzburg/Bamberg im Einsatz.






Im Nahverkehr auf der fränkischen Saaletalbahn Gemünden – Bad Kissingen – Ebenhausen (und weiter nach Schweinfurt) kommen seit Dezember 2004 die Regio-Shuttle der Erfurter Bahn zum Einsatz. Der „Unterfranken Shuttle“ 650 417 (interne EIB-Bezeichnung VT 017) hat pünktlich um 19:10 Gemünden verlassen.


Recht originell auch die Folierung der 193 878: „Wir brennen für das was wir tun“. TX Logistik AG, Troisdorf, hat diesen Vectron von MRCE angemietet.


Das „Bahnland Bayern“ endet in hessischen Jossa. Bis dahin kommen, quasi im kleinen Grenzverkehr, Würzburger 440, gelegentlich auch Triebzüge der Baureihe 425, auf der Linie RB 53 zum Einsatz. Die ein und andere Regionalbahn verkehrt sogar bis Schlüchtern. Durchgehende Züge Würzburg – Gemünden – Fulda gibt es seit 2010 nicht mehr.
Der dreiteilige 440 324 aus der Alstom Coradia-Continental-Familie passiert gerade auf dem Weg nach Jossa das Saale-Viadukt.

Von meinen Mitfotografen erfuhr ich, daß der „Mauerfall“-Vectron aus Würzburg unterwegs sei. In Erinnerung an den Tag der Maueröffnung war der MRCE-Vectron 193 876 von seinem damaligen Mieter TX Logistik AG auffällig mit einer Folierung versehen. Aktuell ist die Lokomotive an die ÖBB vermietet.
Intuitiv machte ich noch ein Bild des Zuges als er noch weiter entfernt war, als hätte ich geahnt, daß sich aus der Gegenrichtung der „Warsteiner“ mit der MRCE-189 289 näherte. So wurde es mit dem Paradefoto des Mauerfall-Vectron vor der Gemündener Kulisse nichts und „Warsteiner“ ist erstmal gestrichen…


Die Werbelokomotiven schienen sich an diesem Tag die Klinke in die Hand zu geben. Einer der dienstältesten Werbelokomotiven, die derzeit noch in ihrem ursprünglichen Design im Einsatz sind, scheint die 152 138 von DB Cargo zu sein, die seit September 2008 für TFG Transfracht und den AlbatrosExpress wirbt.


Nach all den bunten Lokomotiven freute ich mich geradezu mal wieder eine Lokomotive im gewohnten DB-rot fotografieren zu können und wenn es auch nur 185 134 war, die sich im Wasser der fränkischen Saale spiegelte.


Das war mein etwas umfangreich geratener Bericht über meine beiden Besuche im sommerlichen Maintal. Wer bis hier gelesen hat, bekommt am nächsten Vereinsabend einen Schnaps von mir spendiert.
Ich hoffe, es hat Euch ein wenig Spaß gemacht. Das Maintal ist immer einen Ausflug wert.

1 Gedanke zu „Ausflüge ins sommerliche Maintal“

  1. Ein sehr interessanter Einblick in die Vielfalt des Eisenbahnverkehrs im Maintal, der auch auf die Besonderheiten der eingesetzten Triebfahrzeuge eingeht.

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