15 Eisenbahnfreunde machten sich auf ins Mansfelder Land – am 27. September 2025 besuchten die Nürnberger Eisenbahnfreunde e. V. das traditionsreiche Kupferschieferabbaugebiet im Mansfelder Land, um dort das Streckennetz der Mansfelder Bergwerksbahn zu befahren.
Abweichend von der Fahrtausschreibung begann die Fahrt ab Nürnberg Hbf rund eine halbe Stunde früher als geplant.
Aufgrund von Bauarbeiten im Bereich Fürth entfiel der vorgesehene Franken-Thüringen-Express (RE 29) nach Erfurt Hbf ab Nürnberg und startete erst in Erlangen. Die Fahrtteilnehmer fuhren deshalb mit der S-Bahn (Bombardier Talent 2) nach Erlangen und stiegen dort in den Franken-Thüringen-Express (Siemens Desiro HC) um.
Dies war an diesem Tag die einzige Fahrplanabweichung. Alle anderen benutzten Züge fuhren fahrplanmäßig und waren pünktlich.
Die Fahrt ging zunächst mit dem RE 29 nach Erfurt Hbf und weiter mit RE 10 (Alstom/LHB Coradia Lint 41) nach Sangerhausen zum Mittagessen. Danach fuhren wir weiter mit dem RE 10 nach Klostermansfeld.
Das Mansfelder Land umfasst im Westen und Nordwesten die östlichen Ausläufer des Harzes und wird im östlichen Teil durch die Saale begrenzt. Nördlich und südlich bilden die Landgemeinden der beiden ehemaligen Kreisstädte Eisleben und Hettstedt die Grenze, während von Südwesten bis Westen Sangerhausen und die Stadt Mansfeld das Mansfelder Land begrenzen.
Seit dem 12. Jahrhundert wurde dort Kupferschiefer und Silber abgebaut und verhüttet.
1880 begann der Ausbau der Mansfelder Bergwerksbahn mit den ersten fünf Kilometern. Es handelt sich damit um die älteste Schmalspurbahn Deutschlands.
Die Bahn mit einer Spurweite von 750 mm erreichte im Lauf der Jahre und Jahrzehnte schließlich ein Streckennetz von rund 95 km.
Die Mansfelder Bergwerksbahn entwickelte sich rasch zum wichtigsten Transportmittel zwischen den Mansfelder Schächten und Hütten.
Neben dem auf den Schächten geförderten Kupferschiefer und Silber beförderte die Bahn vor allem Kohle, Grubenholz und Baumaterialien. Auch der Abtransport der Schlackensteine aus den Hütten war Aufgabe der Bahn. Bis in die siebziger Jahre wurden auch die Berg- und Hüttenleute mit der Bahn befördert.
Zu Zeiten der DDR waren die Bergbau- und Hüttenbetriebe im „VEB Mansfeld Kombinat Wilhelm Pieck” vereint, benannt nach dem ersten und einzigen Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik, Wilhelm Pieck (1876–1960).
1990 wurde der Abbau von Kupferschiefer im Mansfelder Land eingestellt. Um eine Teilstrecke der Werksbahn zu erhalten, gründete sich 1991 der Verein Mansfelder Bergwerksbahn e. V., der 1994 11,8 km der Strecke erworben hat und unterhält.
Der Verein besitzt drei Dampflokomotiven, davon zwei von Orenstein & Koppel aus den Jahren 1938 und 1939 und eine Dampflokomotive aus dem Jahr 1951, gebaut von LKM Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg. Daneben sind vier Dieselloks aus den Jahren 1961 und 1962 vorhanden, alle gebaut von LKM Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg.

Außerdem sind eine Reihe von Personen- und Güterwagen vorhanden, die alle im Erscheinungsbild von 1990 mit VEB Mansfeld Kombinat Wilhelm Pieck gekennzeichnet sind.
Die Mansfelder Bergwerksbahn startet in Klostermansfeld in ihrem unmittelbar neben dem Normalspurbahnhof gelegenen Bahnhof Benndorf und führt nach Hettstedt Kupferkammerhütte.
Zuglok unseres Zuges war die Diesellok Nr. 33 aus dem Jahr 1962. Zur Überraschung unserer Eisenbahner im Verein war als Lokführer ein Lehrlokführer aus Nürnberg eingesetzt, der in seiner Freizeit hier tätig ist.
Für die Gruppe der Nürnberger Eisenbahnfreunde war ein Wagen reserviert, in dem ein Mitglied der Mansfelder Bergwerksbahn Informationen zur Geschichte des Bergbaus im Mansfelder Land und zur Bergwerksbahn gab.

Die Fahrt auf der 10,7 km langen Strecke mit einer Fahrzeit von rund 40 Minuten führte von Klostermansfeld über Bockstal, Zirkelschacht, Thondorf, Gleisdreieck Siersleben, Paradies und Eduardschacht nach Hettstedt Kupferkammerhütte.

Unterwegs sahen wir die Abraumhalden des Bergbaus, die zu Pyramiden aufgetürmt sind.
Danach ging es auf gleichem Weg zurück zum Bahnhof Klostermansfeld bzw. Benndorf.
Die Fahrt war insgesamt kurzweilig, zumal der Zug auch bewirtschaftet war.
Nach Abschluss der Fahrt auf der Bergwerksbahn konnte noch das Betriebsgelände besichtigt werden und es ergaben sich noch Gespräche mit den Mitgliedern der Bergwerksbahn.

Zurück nach Nürnberg ging es zunächst mit RE 10 (BR 648 Alsthom/LHB Coradia Lint 41) nach Erfurt Hbf und weiter mit RE 29 (Siemens Desiro HC) nach Nürnberg Hbf. ![]()
Dieser Bericht erschien ursprünglich im NEF-Express 2/2025 (Ausgabe 175).